Eine gute Tat am Tag: Bericht über das 2. GrowIn‘-Training 2011 im M.A.Center Germany

Am Wochenende vom 13.-15. Mai fand das 2. GrowIn’ – Training im M.A. Center Germany statt.

Wir haben nun schon im 2. Jahr das AYUDH – Beet auf dem Hof Herrenberg mit Gemüse bepflanzt.

In diesem Jahr werden dort Salat, Sellerie, Kräuter, Rote Bete, Mangold und Blumen gedeihen.

Außerdem haben wir in diesem Jahr eine Idee von letztem Jahr umgesetzt und ein indianisches Milpa Beet, bestehend aus Mais, Bohnen und Zucchini angepflanzt.

Das Projekt „ GrowIn‘ – One seed at a time “ ist eine grüne Initiative der Jugendbewegung AYUDH, die Jugendliche dazu ermutigen möchte, selbst Gemüse anzubauen, wo auch immer sie Platz dafür haben. Ziel ist, dass immer mehr Jugendliche gesunde Nahrung selbst anbauen.

Das Projekt wurde kürzlich  von dem Wettbewerb „ Ideen, Initiative , Zukunft“ der UNESCO und des dm-Markts für seine Bemühungen um ökologische, sozial-kulturelle und wirtschaftliche Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Am ersten Tag des “Green Weekends” begannen wir zu dritt, das Beet für die Pflanzaktion am Nachmittag vorzubereiten. Nachdem wir ca. eine Stunde gearbeitet hatten, sah ich mich um und sah 4 Pfadfinder am Hof entlang wandern.“ Vielleicht haben die ja Lust uns zu helfen?“ sagte ich zu den anderen. Erst waren wir etwas unsicher, aber dann erinnerten wir uns daran, dass Pfadfinder den Vorsatz haben, jeden Tag eine gute Tat zu tun. So versuchten wir unser Glück, rannten zu ihnen und fragten: „Habt Ihr heute schon eine gute Tat vollbracht?“ Wir erzählten Ihnen von unserem Gartenprojekt und dass wir gut Ihre Hilfe gebrauchen könnten. Sie machten dann voller Motivation den ganzen Tag mit. Sie halfen uns, das Beet in Form zu bringen und für das Pflanzen vorzubereiten.

Am Nachmittag kamen dann weitere Teilnehmer von dem Youth IAM Meditationskurs als Unterstützung dazu.

Wir waren nun eine Gruppe von 13 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die bereit war mit der Pflanzaktion loszulegen. Mithilfe eines Pflanzplanes erklärte ich das Vorgehen und wir bildeten kleine Teams, die sich dann jeweils um einen kleinen Teil des insgesamt ca. 25 qm großen Beetes kümmerten. Alle waren sehr motiviert dabei; es wurde gepflanzt und gesät und gegossen. Anschließend verteilten wir uns um das Beet herum und sangen einige Male zusammen das Sanskrit-Mantra „ Lokah samastah sokinuh bavantu“. Das bedeutet „ Mögen alle Wesen der Schöpfung glücklich sein und Frieden finden.“

Es war eine schöne Erfahrung für uns, die Pfadfinder kennenzulernen und uns mit Ihnen auszutauschen und viele ähnliche Werte zu entdecken. Am Abend sorgten sie in professioneller Art und Weise für ein gemütliches Lagerfeuer, an dem wir den ereignisreichen Tag in einer geselligen Atmosphäre ausklingen ließen.

Am Sonntag hatte jeder die Möglichkeit Gemüse, Kräuter und Blumen in kleine Töpfe zu säen, um sie dann mit nach Hause zu nehmen. Nun können die Pflanzen auf unseren Fensterbänken, Balkonen und in unseren Gärten wachsen.

Außerdem hatte jeder die Möglichkeit, sich Saatgut in kleine Tütchen abzufüllen und für die eigene Verwendung mit nach Hause zu nehmen.

Uns hat das GrowIn‘- Wochenende sehr gefallen. Wir freuen uns sehr darüber, dass sich alles so gut gefügt hat und darüber, dass alle mit so viel Freude und Motivation dabei waren.

Wir hoffen, dass die Früchte unserer Arbeit gut gedeihen mögen, sowohl auf unserem AYUDH – Beet wie auch bei uns allen Zuhause.

Und wir freuen uns sehr, wenn die GrowIn‘-Idee Samen streut und dabei neue kleine Balkon- und Gartenprojekte entstehen.

Johanna Oswald

AYUDH organisiert integrative Freizeit

Vom 26. – 29. April war Hof Herrenberg vom lebhaften Lachen, Rufen und Singen sieben Kinder und Jugendlicher mit einer Behinderung erfüllt. Die Freizeit wurde gemeinsam von AYUDH und dem ambulanten Dienst, einer sozialen Einrichtung aus der Nähe von Darmstadt, organisiert. Im Gegensatz zu anderen Freizeiten wurde dabei Wert dabei darauf gelegt mit Jugendlichen ohne Behinderung zusammen zu kommen. Jugendliche von Ayudh, aber auch Erwachsene, die gerade auf Hof Herrenberg waren, nahmen aktiv teil an den bunten Tagen mit den Kindern.

Zum Programm gehörten interaktive Spiele, um sich kennen zu lernen, gemeinsames Masken basteln, Naturspaziergänge und abendliches Singen. Dabei taten sich einige Kinder besonders hervor. Das abendliche Singen inspirierten sie sogar zum Tanzen.

Ein Highlight war der letzte Tag. Morgens ging es auf eine Planwagenfahrt in der schönen Gegend von Breuberg. Danach gab es ein Picknick auf der Burg Breuberg. Einige Kinder trauten sich den Turm zu besteigen, was bei einer leichten Gehbehinderung schon ein großes Abenteuer ist! Auch die besonders lange Rutsche am Hang erforderte etwas Mut. Als Belohnung gab es dann ein Eis.

Abends entzündeten wir ein Lagerfeuer. Ein paar der Kinder teilten ihre musikalischen Gaben mit uns. Ohne Scheu nahmen sie die Gitarre und sangen dazu, was ihnen einfiel.

Ein besonders bewegender Moment kam zustande, als ein Mädchen ein Lied für eine Frau sang, die viel Zeit mit den Mädchen verbracht hatte, aber schon abreisen mußte. Ein anderes Mädchen war so gerührt von dem Lied, dass es Tränen vergoss…

In der Abschlussrunde sagten viele Kinder wie gut es ihnen gefallen habe, besonders der letzte Abend. Eine Jugendliche, die nicht in Worten reden kann, äußerte mit ihren Augen und häufigem Lachen ihren Spaß. In der Feedbackrunde am Ende hörte sie ganz genau zu.

Die Freizeit war ein großer Erfolg und bestätigte die positiven Auswirkungen von Begegnungen zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen. Nicht nur die Kinder genießen Kontakte außerhalb ihrer gewohnten Kreise, auch Menschen ohne Behinderung profitieren von ihrem authentischen und offenem Wesen.

Nina Knobloch & Dirk Schreilechner, Organisatoren der Freizeit

Freiwillige von Embracing the World® verteilen Lebensmittel und Wasser in Sendai und berichten über die Bedingungen vor Ort

14. April 2011

Embracing the World hat die erste Gruppe von lokalen Freiwilligen von unserem japanischen Zentrum nach Sendai geschickt – das ist die Großstadt, die dem Epizentrum des Erdbebens am Nächsten liegt und die sowohl durch das Beben (das Schlimmste, das es jemals in Japan gegeben hat) als auch durch den nachfolgenden Tsunami schwer getroffen worden ist. In Amma’s Auftrag gingen die ETW Vertreter nach Sendai, um die Situation vor Ort zu studieren und auch, um Nahrungsmittel und Wasser für die Flüchtlinge zu verteilen.

Hier ist ihr Bericht:

Wir brachen am 13. März nach Sendai, Präfektur Miyagi auf, 3 Tage nach der Katastrophe. Da alle Autobahnen in Richtung Norden vollständig gesperrt sind und nur für militärische und amtlich zugelassene Zwecke genutzt werden können, mussten wir die gewöhnliche Straße (etwa 400 Kilometer weit) nehmen. Auf dem Weg dorthin mussten wir durch ein Gebiet, das nur 40 Kilometer von den Fukushima Kernkraftwerken entfernt ist, die begonnen haben, gefährliche radioaktive Strahlung abzugeben und auszustrahlen.
Am Tag unserer Reise lag die offizielle Zahl der Todesopfer hier in Japan bei 4.400 Personen, darunter Menschen, die offiziell als ‘vermisst’ galten. Allerdings ist es weithin bekannt, dass der Verbleib von zehntausenden noch ungeklärt ist. Nachbeben sind immer noch sehr häufig, wir hatten 47 Nachbeben allein am Morgen des Tages als wir aufbrachen. Die Nachbeben verstärken noch zusätzlich die Spannung und die Angst der Flüchtlinge.
In Sendai scheint der Mangel an Nahrungsmitteln und Getränken das bekannteste Problem zu sein – einfach deswegen, weil die Supermärkte alle ausverkauft sind.
Wir hatten eine gewisse Menge an Reisbällchen, Keksen, Popcorn und Wasserflaschen aus dem entfernten Tokio mitgebracht. Wir verteilten alles, was wir mitgebracht hatten in dem schönen Park im Innenstadt-Viertel von Sendai. In diesem warmen und ruhigen Park haben sich viele Flüchtlinge versammelt und verbringen nun schon ihren dritten Tag hier.

Zwei High-School-Jungen, die aus der benachbarten Präfektur Iwate kamen, sagten uns, dass sie am Tag als das Erdbeben geschah eine Hochschule in Sendai für einen Open-Campus Tag besucht hatten. Der eine Junge sagte, dass seine Familie in Iwate gefunden wurde und dass sie alle in Ordnung seien. Der andere Junge sagte, sein Haus in Iwate sei durch den Tsunami “weggespült” worden. Ich habe es nicht übers Herz gebracht, ihn zu fragen, wie es seinen Eltern ging, denn ich hatte das Gefühl dass er durch eine Andeutung seiner Augen schon darauf hinwies. Es gibt seit dem Erdbeben keine öffentlichen Verkehrsmittel in Iwate, genauso wie in jedem anderen Ort, und die Jungen sitzen hier fest – sie waschen sich am Wasserhahn im Park.
Es waren ziemlich viele ältere Menschen dort, die ganz alleine herumsaßen.
Ein junges Paar kauerte sich auf einer Bank sehr eng zusammen. Sie wollten zunächst die Lebensmittel-Pakete nicht annehmen, die wir ihnen geben wollten und sagten: “Wir sind weniger unglücklich als andere, zumindest hatten wir schon etwas zu essen. Also geben sie es bitte anderen Menschen, die mehr in Not sind. ”
Als wir ihnen sagten: “macht euch bitte keine Sorgen, darum … wir sind extra den Weg von Tokio hierhergekommen, um dies zu verteilen, nehmen Sie es bitte!” erstrahlten ihre Gesichter mit einem Lächeln, und sie nahmen die Pakete und dankten uns.
Die Leute, die keinen Ort haben, wo sie hingehen können, sind leicht zu erkennen- es sind diejenigen, die ein oder zwei Säcke mit sich tragen, vollgestopft mit vielen Dingen. Die plötzliche Veränderung, die über ihr Leben gekommen ist, ist in jeder Hinsicht erkennbar an ihrem Aussehen und an ihren Habseligkeiten.

Am Gesichtsausdruck derjenigen, die unsere Pakete annahmen, konnten wir sehen, dass sie wirklich dankbar für jede Geste der Unterstützung sind. Das Maß der Dankbarkeit, welche sie ausdrückten, macht es umso klarer, dass Lebensmittel für die Flüchtlinge wirklich dringend notwendig sind.

Wir alle drei waren so damit beschäftigt, die Lebensmittel zu verteilen, dass wir nicht dazu kamen, Fotos von der Verteilung der Nahrungsmittel zu machen. Allerdings wurden diese traurigen Gesichter, die anschließend lächelten, tief in unseren Herzen aufgezeichnet.

Auf dem Rückweg trafen wir auf eine ältere Frau von 78 Jahren, die in Sendai ein Haus und eine Werkstatt besitzt, etwa vier Kilometer von der Küste entfernt. Das Haus war halb eingestürzt durch den Tsunami. Sie war auch ein Opfer des Erdbebens im Jahre 1978 (Größenordnung 7,4 Miyagi), wo das gleiche Haus schwer beschädigt worden war. Diesmal reichte ihr das Wasser bis über die Knie, aber sie stürzte hinaus und schaffte es, in Sicherheit zu fahren.

Jetzt war sie wieder zurückgekommen um nachzuschauen, was von ihrem Haus noch übrig war.
In der Nähe, auf der anderen Seite der angehobenen Fahrbahn, ist das, was als “nicht-durchsuchter Bereich” bezeichnet wird. Nachbarn erzählten uns, dass das Gebiet immer noch tief bedeckt ist von Tsunami-Schlamm und dass die Suche nach Häusern und verschütteten Menschen dort noch nicht begonnen hat. Während wir dort waren, kam der Offizier der nationalen Streitkräfte zum ersten Mal dorthin, begann eine Inspektion und versuchte, die Hindernisse wegzuräumen, die zum “nicht-durchsuchten” Bereich führten.

Der Frühling kommt in der Regel spät in dieser nordöstlichen Region und wir konnten auf den nahen Bergen noch eine leichte Schneedecke sehen.
Auf dem Rückweg nach Tokio nahmen wir einen Umweg und fuhren eine Strecke von 680 Kilometern, um zu vermeiden, wieder in der Nähe des Kernkraftwerks Fukushima vorbeifahren zu müssen, dessen Situation noch viel unsicherer geworden war während unseres Aufenthaltes in Sendai.

Wir konnten auch einige von Amma’s Devotees besuchen und wir freuen uns, zu bestätigen, dass bei ihnen alles in Ordnung ist trotz dieser harten Umstände.

Zu Amma’s Füßen,
Amritesh

Auszeichnung des Seminarzentrums Hof Herrenberg e.V. beim Nachhaltigkeitswettbewerb “Ideen-Initiative-Zukunft” von dm-Markt und UNESCO

Das Seminarzentrum Hof Herrenberg e.V. erhielt erneut eine Auszeichnung im Bereich Nachhaltigkeit und erhielt am 25.2.2011 im dm-Markt in Erbach symbolisch in Form eines Schecks die Prämie von 1000 Euro.

Vom 20.-22.1.2011 war das Team des Hof Herrenberg ausgewählt worden, sich im DM-Markt in Erbach zu präsentieren.

Artikel im "Odenwälder Echo", 25.2.2011

Artikel im "Odenwälder Echo", 25.2.2011

Die Kunden wurden jeweils über den Hof Herrenberg informiert und gebeten, für das Projekt zu stimmen. Es war hierbei sehr erfreulich festzustellen, dass das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz mittlerweile für viele Menschen ein wichtiges Thema geworden ist.

Der Gedanke der Nachhaltigen Entwicklung beinhaltet, dass man versucht, die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation zu sichern und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält. Das heißt, dass man ihnen z.B. keine Abfälle überlässt, deren Entsorgung selbst nach mehreren Generationen nicht geklärt ist.

Vereinfacht könnte man auch sagen, in Bezug auf Leben Verantwortung zu übernehmen, für das, was nach uns kommt, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Im täglichen Leben und bei der Durchführung der Seminare setzen wir diese Ideale wann immer möglich um und tragen diese Gedanken auch in die Breite.

Das Seminarangebot des Hof Herrenberg ist offen für alle Interessierten.

In diesem Jahr werden auch wieder Seminare für Kinder, Teenies und Jugendliche stattfinden, wo die Vermittlung von Nachhaltigkeit jeweils ein wesentlicher Aspekt ist.

Im August wird ein großer Tag der offenen Tür stattfinden, wo man sich die Räumlichkeiten des Hof Herrenberg genauer anschauen kann.

Das Datum wird noch bekannt gegeben.

Wir danken allen, die uns mit ihrer Stimme unterstützt haben.

Vortrag mit Anselm Grün am 21.2.2011 in der Friedenskirche in Darmstadt

Am 21.2.2011 fand in der Friedenskirche ein Vortrag von Anselm Grün zum Thema: “Vertraue deiner eigenen Kraft” statt.

Anselm Grün ist einer der meistgelesensten Autoren Deutschlands und ein hervorragender Redner. Seine Sicht der Dinge zeigt ein tiefes Verständis und ist darüber hinaus durch seine jahrelange Erfahrung der Arbeit mit Menschen geprägt. Pater Anselms Vortrag enthielt viele praktische Hinweise für den Alltag und half, Erklärungen zu finden für Situationen, in die wir alle geraten können. Er betonte im Verlauf des Vortrags immer wieder, dass wir den Weg nach innen gehen müssen, in die eigene Mitte. Es sei sehr wichtig Rituale zu haben, wie z.B. die Dinge, die wir täglich tun.

Er sprach sehr ausführlich über Krisen und sah diese als Chance für Veränderungen. Eine Krise würde etwas in uns aufbrechen und uns unser wahres Selbst zeigen. Es würde bei einer Krise immer nur unser Bild von uns zerbrochen. Sind wir nicht bereit, die Vorstellungen zerbrechen zu lassen, dann werden wir daran zerbrechen, werden bitter. Wir müssten immer wieder Neues suchen. Dankbar sein, die Chance in der Veränderung sehen. Dies hilft uns dann, mit dem Bild in Berührung zu kommen, dass sich Gott von uns gemacht hat. Dazu müssen wir alle Vorstellungen von uns selbst und unserem Leben über Bord werfen. Dann können wir diesen Raum in uns finden, wo wir ganz und völlig heil sind. Pater Anselm schloss mit einem Ritual, wo man die Hände kreuzen musste, da für ihn das Kreuz ein Einheitssymbol ist, das für die Einheit aller Gegensätze steht. Und er bat uns, in Gedanken uns selbst zu umarmen, ja zu sagen zu uns und diesen innneren Raum der Stille wahrzunehmen, jenseits von Gedanken und Gefühlen.

Für 2012 ist geplant, Pater Anselm auf Hof Herrenberg einzuladen.